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7/2010
 
 
 Ist ein Mitarbeiter unzufrieden, sollte er den Ärger nicht für sich behalten, sondern das Thema offen ansprechen.<br>
Ist ein Mitarbeiter unzufrieden, sollte er den Ärger nicht für sich behalten, sondern das Thema offen ansprechen.
 So nicht: Ein Lösungsgespräch muss auf Augenhöhe und ohne Vorwürfe ablaufen.<br>
So nicht: Ein Lösungsgespräch muss auf Augenhöhe und ohne Vorwürfe ablaufen.
KONFLIKTMANAGEMENT, TEIL 2

Mensch, ärgere dich nicht!

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Vielen Händlern kommt beim Stichwort Konfliktmanagement zunächst der nörgelnde Kunde ins Bewusstsein. Doch auch innerhalb des Unternehmens lauert Streitpotenzial – mit weitreichenden Folgen. Denn unzufriedene Mitarbeiter verwenden ihre Kraft für zwischenmenschliche Probleme, statt sich für den Betriebsablauf zu engagieren.

Sobald mehrere Menschen Kontakt haben, können Konflikte entstehen. Dafür müssen noch nicht einmal alle Beteiligten ein Problem identifizieren. Es reicht aus, wenn eine der Personen unzufrieden ist und die Situation ändern möchte. Dieser Wunsch nach Veränderung wird nicht immer offen und objektiv kommuniziert. Dies ist besonders häufig der Fall, wenn der Kollege sich unterfordert fühlt oder denkt, dass seine Arbeit nicht genügend gewürdigt wird. Die Folge sind Abwehrmechanismen wie Wut, Verdrängung oder Gereiztheit.


ANALYSE DER URSACHEN

Um im Einzelfall den Konflikt lösen zu können, ist es hilfreich, die verschiedenen Konflikt-Arten zu kennen. So gibt es zunächst die grobe Einteilung in Sach- oder Wertekonflikte. Erstgenannte basieren auf Differenzen um Geld, Eigentum oder ähnliches. Wertekonflikte resultieren aus abweichenden Weltanschauungen.
Bei einer differenzierteren Gliederung von Konflikten, die im Berufsalltag entstehen können, ergeben sich vier inhaltliche Ebenen. Da wären zunächst Verteilungskonflikte, die durch begrenzte Ressourcen begründet werden. Beispielsweise kann es Streit um die schönsten Büroräume geben. Diese Auseinandersetzungen lassen sich nur scheinbar durch eine gerechte Verteilung der Güter beilegen. Denn meist stehen dahinter Machtkämpfe, die in einem größeren Zusammenhang gesehen werden müssen.
Die zweite Kategorie beinhaltet so genannte Rollenkonflikte. Diese entstehen aus unterschiedlichen Gründen. So werden beispielsweise junge Führungskräfte nicht anerkannt und ihre Anweisungen nicht befolgt. Alternativ entstehen Rollenkonflikte, wenn sich eine Person nicht mehr mit ihrer Position abfinden möchte oder zwei Mitarbeiter um eine Stelle kämpfen.
Ähnlich geartet sind Beziehungskonflikte. Sie herrschen vor, wenn sich zwei Personen nicht leiden können. Dies liegt häufig daran, dass mindestens einer der Beteiligten Angewohnheiten hat, die der andere abstoßend findet. Im Berufsalltag sind solche Konflikte meist versteckt, weil man eine offene Auseinandersetzung scheut.
Die letzte Konfliktkategorie besteht aus Wahrnehmungskonflikten. Diese entstehen, wenn ganz unterschiedliche Anschauungen aufeinander treffen und sich die Beteiligten dadurch eingeschränkt fühlen. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen sind besonders langanhaltend und intensiv, da jede Partei versucht, ihr Gegenüber von der eigenen Meinung zu überzeugen.


VIEL WIND UM NICHTS?

Unabhängig von der Art eines Konfliktes sollte man versuchen, den Streit in einem möglichst frühen Stadium beizulegen. Denn bei vielen Diskussionen wird unnötig Energie verschwendet, die an anderen Stellen produktiver zum Einsatz käme. Außerdem verhärten sich die Fronten, je länger der Disput anhält. Es ist also ratsam, sich seinem Gegenüber mitzuteilen, sobald man Ärger aufsteigen spürt.
Kommt es trotzdem zu einem Konflikt, gibt es grob genommen vier Wege der Konfliktbewältigung. Diese sind die Durchsetzung der eigenen Ziele, ein Kompromiss, die Vermeidung des Themas oder das Nachgeben. Bevor man sich für eine dieser Lösungen entscheidet, muss man versuchen, den Konflikt zu verstehen. Es gilt, herauszufinden, wie die Auseinandersetzung entstanden ist, worum es genau geht und wer an dem Problem beteiligt ist. Um dann einen Ausweg zu finden, sollten Sie nicht stur auf Ihrem Recht beharren. Versuchen Sie, sich in Ihr Gegenüber zu versetzen und den Ärger loszulassen. Denn es geht nicht darum, wer an einem Konflikt Schuld hat, sondern wie man ihn bewältigen kann.


REDEN IST GOLD

Einen Streit endgültig aus der Welt zu schaffen, setzt ein Lösungsgespräch voraus. Dabei müssen Sie Geduld haben. Denn genau wie sich Konflikte über längere Zeit entwickeln, braucht auch ihre Bewältigung eine gewisse Dauer. Es können also je nach Problem auch mehrere Aussprachen nötig sein. Um solch ein Treffen durchzuführen, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Wichtig ist, dass Sie den Konflikt verstanden haben, ihn lösen möchten und nicht stark verärgert sind.
Trifft dies zu, sollten Sie einen Gesprächstermin vereinbaren, der ausreichend weit in der Zukunft liegt, damit sich alle Beteiligten darauf vorbereiten können. Auch der Zeitrahmen für das Gespräch sollte großzügig geplant sein, so dass man sich in aller Ruhe austauschen kann. Die Inhalte des Treffen müssen sowohl die sachliche als auch die emotionale Ebene ansprechen. Verzichten Sie auf Letztgenannte, ist der Konflikt nur oberflächlich gelöst und schwelt in den Beteiligten weiter. Sie sollten damit beginnen, das Problem zu benennen, ohne jemandem Vorwürfe

 
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